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Pflegeberatung Niedersachsen

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Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI

Leistungsberechtigter Personenkreis:

Leistungsberechtigter Personenkreis:

Leistungsberechtigt sind pflegebedürftige Menschen in häuslicher Pflege, denen Leistungen der Pflegeversicherung zuerkannt worden sind (Pflegestufe I, II oder III) und bei denen der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) einen „erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf“ festgestellt hat. Seit 01.07.2008 haben auch Personen, die einen Hilfebedarf im Bereich Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung haben, jedoch nicht in eine Pflegestufe eingestuft wurden, ebenfalls Anspruch auf zusätzliche Betreuungsleistungen. Dies betrifft hauptsächlich Menschen mit Demenz, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, die in Folge ihrer Krankheit oder Behinderung in der Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind.

 

Für die Bewertung sind, laut Gesetz, folgende Schädigungen oder Einschränkungen maßgebend:

 

  1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz);
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
  3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
  4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen, die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagsituationen;
  12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
  13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

Die Alltagskompetenz ist erheblich eingeschränkt, wenn der Gutachter des MDK bei dem Pflegebedürftigen wenigstens in zwei Bereichen, davon mindestens einmal aus einem der Bereiche 1 bis 9, dauerhafte und regelmäßige Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen feststellt.

Zweck: Die Leistungen des Pflegeleistungsergänzungsgesetzes dienen hauptsächlich der Entlastung pflegender Angehöriger.

Leistungen:

Die Berechtigten erhalten neben den Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung einen zusätzlichen Betreuungsbetrag in Höhe von bis zu 2.400 Euro pro Jahr für Betreuungsleistungen. Der Leistungsbedarf wird in 2 Stufen (Stufe 1: 1.200€, Stufe 2: 2.400€) entsprechend des festgestellten Betreuungsaufwands geleistet. Dieser deckt sich in der Regel mit den Pflegestufen, da mit der Schwere der Erkrankung der Bedarf an zusätzlichen Leistungen steigt.

Zu den Betreuungsleistungen zählen:

 

-          die Tages- oder Nachtpflege

-          die Kurzzeitpflege

-          Leistungen der Pflegedienste aus dem Bereich der allgemeinen Anleitung und Betreuung (nicht aus dem Bereich Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung)

-          die nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungsangebote

 

Pflegebedürftige mit erheblichem Betreuungsbedarf können außerdem die Beratungseinsätze der Pflegefachkräfte doppelt so häufig in Anspruch nehmen, d.h. bei Pflegestufe I und II zweimal im Halbjahr statt einmal und bei Pflegestufe III zweimal im Vierteljahr statt einmal.

 

Finanzierung:

Die Kosten für die Betreuungsleistungen rechnen die Dienstleister (z.B. Tagespflegeeinrichtungen oder Anbieter niedrigschwelliger Betreuungsangebote) direkt mit Ihrer zuständigen Pflegekasse ab. Sie müssen Ihre Pflegekasse nur informieren, welchen Dienstleister Sie in Anspruch nehmen.

Wird dieser Betrag in einem Kalenderjahr nicht ausgeschöpft, kann der noch verbliebene Betrag auf das Folgejahr übertragen werden.

 

Sozialhilfe:

Ansprüche und Leistungen der Sozialhilfe kommen nur in Betracht, wenn die Leistungen der Pflegeversicherung nicht greifen oder nicht ausreichen.

 

Wir stehen Ihnen bei allen weitergehenden Fragen gern zur Verfügung und beraten Sie kostenlos und trägerneutral, auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause!

Für Beratungsgespräche bitten wir um eine vorherige Terminabsprache, damit wir uns für Ihr Anliegen Zeit nehmen können




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